Erste Clubfliege des Jahres ist die Royal Coachman, hier in verschiedenen Interpretationen / Der Clubfisch des Jahres 2025 ist der Hecht
Bild Bild

Hinkt der Vergleich Huchen-Hechtfischen?

Für alles was uns im laufe des Jahres interessiert...
Antworten
Benutzeravatar
Trutta1
Beiträge: 49
Registriert: 10. Juni 2026, 12:49
Wohnort: Datteln
Name: Frank Ritter
Has thanked: 87 times
hat sich bedankt: 171 times

Hinkt der Vergleich Huchen-Hechtfischen?

Beitrag von Trutta1 »

Liebe Fliegenfischer,
gleich als Erstes vorweg,
ich habe keine Ahnung!
Nein nicht was das Fliegenfischen auf Hecht betrifft, da weiß ich wie und was ich tue.
Aber kann ich das Fliegenfischen auf Hecht überhaupt mit dem Huchenfischen vergleichen?
Ok, es sind 2 verschiedene Fischarten in meist unterschiedlichen Habitaten. So weit so gut!
Auch der geringen Möglichkeit, mal einen Huchen an die Fliege zu bekommen, bin ich mir bewusst!
Mir geht es mehr um die optimale Rutenklasse zum Huchenfischen.
In den vielen Jahren, die ich mit der Fliegenrute unterwegs bin, habe ich wirklich viele verschiedene Fischarten gefangen.
Schwierig zu fangene Fischarten waren immer interessant und Motivation sie zu überlisten.
Es muss so Anfang der 90-er gewesen sein, als ich die Pöls in der Steiermark befischen durfte. In Judenburg wollte ich einen Angelshop besuchen und überquerte eine Fußgängerbrücke über die Mur.
Das Wasser war glasklar und so entdeckte ich zwischen vielen Äschen und Bachforellen ziemlich grundnah einen riesigen dunklen Schatten.
Als sich dieser dann in Bewegung setzte konnte dies ja nur ein Huchen sein.
Der Betreiber des Shops bestätigte dies auch und konnte noch genaue Angaben über Länge und Gewicht machen.
Leider gab es für diese Stadtstrecke keine Gastkarten aber die Pöls war ja auch nicht schlecht.
So verlor ich die Huchenfischerei völlig aus den Augen und fischte in der kalten Jahreszeit auf Äsche, Hecht und Meerforelle.
Der Huchen blieb so unerreichbar, wie manch exotische Fischart.
Vor 3 Jahren flackerte er auf, dieser Wunsch es doch vielleicht mal zu probieren.
Ich war mit Freunden am Ribnik und Sana, um den dortigen Äschen nachzustellen und endlich einmal eine Äsche über 50cm zu fangen.
An einem Tag konnten wir im Ribnik einen Huchen ausmachen. Leider hatten wir keine passende Rute dabei, denn laut unseres Guides war der Huchen auf Raubzug und somit fangbar.
Ich hätte alles gegeben, wenn meine 8-er Hechtrute griffbereit gewesen wäre!
Im Gespräch meinte mein Guide, dass eine 8-er Rute auf Huchen schon grenzwertig wäre.
Dabei brauchte ich selbst für einen 21- Pfund Hecht mit dieser Rutenklasse keine 10Minuten Drillzeit.
Nur bei einem Waller mit geschätzten 1,5 m
kam die 8-er Rute an ihre Grenze, da sie ganz einfach nicht über ausreichend Lifting Power verfügt.
Was meint ihr? Wie stark muss die optimale Huchenrute sein, denn wie eingangs erwähnt, habe ich davon keine Ahnung?!
Ach ja! Noch eine nicht unwichtige Kleinigkeit. Ich fische ausschließlich Einhandruten und komme damit auch an großen Flüssen (Elbe) klar!

TL, Frank
Benutzeravatar
wuzler
Herr der Fliegen
Beiträge: 1402
Registriert: 13. Januar 2019, 15:24
Wohnort: Freinberg
Name: Karl Flick
Has thanked: 5097 times
hat sich bedankt: 1609 times

Re: Hinkt der Vergleich Huchen-Hechtfischen?

Beitrag von wuzler »

Interessante Frage Frank, aber da kann ich dir leider nicht weiterhelfen, da ich noch nie auf Hecht oder Huchen mit der Fliegenrute gefischt habe.

BG
Karl
Tight Lines und gut Zwirn
wünscht Dir
Karl
flymph
Beiträge: 64
Registriert: 16. Dezember 2023, 18:24
Name: Michael
Has thanked: 388 times
hat sich bedankt: 155 times

Re: Hinkt der Vergleich Huchen-Hechtfischen?

Beitrag von flymph »

Hallo Frank,

ich hatte bislang auch nur einen Meterhuchen an meiner #4er Rute mit 0,16mm Vorfach. Die Kombi war unterdimensioniert 😉

Ich denke (und man findet dazu ja auch einiges zum Lesen) es kommt auf Gewässergröße/beschaffenheit (Platz für Rückraum), zu werfende Ködergrößen/gewichte (und Wurfweiten) sowie Strömung und zu erwartende Fischgröße an.

Und da gibt es beim Huchenfischen, und auch im Vergleich zum Hechtfischen (keine Strömung) oder dem Fischen am ganz großen Fluss (Rückraum vorhanden), schon ziemliche Unterschiede.

5m³ oder 50m³ Durchfluss, 15cm oder 25cm Köder, 1m oder 1,25m Huchen, watbar oder nicht, Wiese oder Wald am Ufer ändern einiges...

#8(#9) ist bei uns eine geeignete Hechtrute, Huchen (Mur) #10(+) (Switch/Zweihand).

Reale Praxiserfahrung hat FlifiSepp. Womöglich auch noch weitere hier im Forum.
Benutzeravatar
Seppham14
Ranger
Ranger
Beiträge: 442
Registriert: 20. August 2022, 13:53
Wohnort: INNSBRUCK
Name: Josef
Has thanked: 1049 times
hat sich bedankt: 787 times

Re: Hinkt der Vergleich Huchen-Hechtfischen?

Beitrag von Seppham14 »

Da ich beim Krampus-Fischen, welches am 05.-06. Dezember wieder an der ENNS stattfindet, mich mit einigen Fischerkollegen austauschen werde, vor allem , was das Fischen auf Huchen belangt, werde ich dann meine da gewonnenen Informationen mittels eines Berichtes wieder ins Forum geben.
LG,
Sepp
Benutzeravatar
Trutta1
Beiträge: 49
Registriert: 10. Juni 2026, 12:49
Wohnort: Datteln
Name: Frank Ritter
Has thanked: 87 times
hat sich bedankt: 171 times

Re: Hinkt der Vergleich Huchen-Hechtfischen?

Beitrag von Trutta1 »

Vielen Dank für eure Sichtweise!
Natürlich habe ich gelesen, dass Zweihandruten ab Klasse 10 zum Huchenfischen verwendet werden.
Nur habe ich jahrelang an der Elbe mit 8-er Ruten erfolgreich auf Hecht, Zander und Rapfen gefischt. Auf Rapfen gar mit einer 6-er. Die Elbe hat bei MW ca. 210 KM/ Sek Durchfluss und ist damit schon ein gewaltiger Strom.
ABER!
Ausreichend Platz ist dort kein Problem, da ich die fängigen Stellen zu 80% von den Buhnen befische.
Anfangs habe ich dort mit einer 10-er EH gefischt. Das ist auf Dauer schlimmer als die Quälerei im Fitnisstudio.
Mit Sinkschnur und großen windanfälligen Streamern auch mit freiem Rückraum kein Zuckerschlecken! Nach einem halben Tag hatte ich für die folgende Woche einen "Tennisarm". Deshalb bin ich anfangs auf Klasse 9 und anschließend gar auf eine 8-er umgestiegen.
Das größte Problem sind im Drill eines kapitalen Fischs die Schifffahrtstonnen, die die Fahrrinne abgrenzen.
Zurück zum Huchen, denn
zumindest in Bosnien war ich überzeugt, mit einer Kl.8- Rute gut und kräftig genug ausgerüstet zu sein um auch einem größeren Huchen Paroli zu bieten.
Viele große Pools waren watend zu erreichen und an einigen Stellen war es gut möglich einem großen Huchen stromab watend zu folgen.
Aber sicher ist die Strömungsgeschwindigkeit ein Faktor der im Drill zum großen Problem wird.
Die Eingangsfrage habe ich gestellt, weil ich nicht weiß wie sich Huchen im Drill verhalten. Das ich an einigen Flüssen wie Mur, Salzach und Inn Probleme mit einer 8-er Einhandrute bekomme, sehe ich auch so.
Nach eurer Expertise habe ich ein Problem!
Ich brauche wieder eine 10-er Rute, da ich mich vor einigen Jahren von dieser Rute getrennt habe. Vielleicht rüste ich sogar auf eine 2-Hand um, da Wasserwürfe mit einer 10-er Einhand 9' kaum möglich sind.
Mit meiner 8-er Sage XP in 10' ist das noch einigermaßen zu händeln.
Danke nochmals und
TL, Frank
FlifiSepp
Beiträge: 543
Registriert: 29. April 2021, 13:51
Wohnort: Hof bei Salzburg
Name: Sepp
Has thanked: 85 times
hat sich bedankt: 892 times

Re: Hinkt der Vergleich Huchen-Hechtfischen?

Beitrag von FlifiSepp »

Ich habe lange Jahre auf Huchen gefischt. Und das durchaus erfolgreich. Jetzt fische ich nicht mehr auf Großfische wie Huchen, Steelhead, oder Meerforellen. Obwohl ich nach wie vor sehr gute Möglichkeiten, insbesondere auf Huchen, hätte. Mir ist die Fischerei auf Forellen und Äschen mittlerweile halt lieber. Aber ich kann die Faszination für Großfische, wie dem Huchen, durchaus verstehen, ging mir ja mal genaus so!

Hier also meine Erfahrungen:

An vielen Gewässern ist das Werfen von großen Fliegen über den Tag mit der Einhandrute eine echte Qual. Insbesondere, wenn wenig Rückraum zur Verfügung steht, was an der Mur und auch der Salzach (die ich beide sehr gut kenne), oft der Fall ist.
Deshalb entschied ich mich schnell für eine Zweihandrute. Klasse 8 ist meiner Meinung "etwas schwach", Klasse 10 ist sicher gut, die Klasse 9 war für mich perfekt.

Der Huchen ist im Verhältnis zu seiner Größe in der Regel kein besonders guter und auch kein ausdauernder Kämpfer. Ich fing mal an einem Tag zwei Huchen rund um einen Meter in kurzen Abständen und dann eine Regenbogenforelle mit 75 Zentimetern. Die Huchen waren trotz moderater Strömung relativ schnell zu drillen, die deutlich kleinere, wild gewachsene Regenbogen (dort werden keine besetzt) in einem eher strömungsarmen Pool, war da eine ganz andere Nummer. Aber ein Meter Fisch, je nach Strömung, können sich trotzdem ganz schön "anhängen", auch wenn er nicht so kämpft, wie eine Regebogenforelle! Und das sollte man berücksichtigen.

Meine Empfehlung ist deshalb ganz klar eine Zweihand Klasse 9 oder 10! Meine Lieblingsrute war eine SAGE RPL+, 12,6 Fuss. Die war von der Länge her genau richtig und hatte die für mich richtige Aktion. Aber Ruten-/Schnur-Kombinationen sind sehr individuell. Jedenfalls sollte diese Kombination sehr gut mit jemandem gemeinsam abgestimmt werden, der was davon versteht.
Dafür gibt es ja Fachhändler.

LG Sepp
Antworten