Österreichs Fisch des Jahres 2021 ist die Äsche / Der Clubfisch des Jahres 2021 ist der Huchen
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Meine Woche an der Gaula

Lasse uns an Deinem Angelurlaub teilhaben, auch wenn er nur kurz war.
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dryfly
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Meine Woche an der Gaula

Beitrag von dryfly » 20. September 2021, 09:50

Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich diesen Bericht einstellen soll, ..... nun, da ist er.

Einige haben es ja mitbekommen, dass heuer mein allererster Versuch auf Lachs mit der Fliege starten sollte.
Nach einer spannenden Zeit des Wartens, die Reisebedingungen wegen Corona waren sehr unsicher, ging es endlich los.

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Da der Flug früh am Morgen stattfand, fuhr ich schon am Abend mit dem Zug nach Wien.

Irgendwie sah das Gepäck am Boden gar nicht so viel aus...
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Die Nervosität stieg, als es endlich losging.
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Der Flug nach Dänemark war sehr entspannt, und nach einem Zwischenstopp ging es weiter nach Trondheim in Norwegen.

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Beim Landeanflug nach Trondheim zeigte ein Blick aus dem Fenster, dass meine Wünsche ans Universum wohl in Erfüllung gegangen sind.
Ich habe mir nach einer regenlosen Zeit nämlich Regen gewünscht, dass die Lachse aufsteigen konnten. Leider habe ich dabei einen Fehler gemacht - ich vergaß zu erwähnen, dass der Regen auch wieder rechtzeitig aufhören sollte. Ok, meine Schuld.

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Nach den Einreiseformalitäten, der Übernahme des Leihautos (dazu später noch mehr), ging es in strömenden Regen endlich Richtung Gaula.

Endlich angekommen. Ich hoffte nur, dass ich auch im richtigen Haus war, denn die Beschreibung: "... da kommst du an ein graues und ein rotes Haus..." traf auf dem Weg dorthin mindestens 10 Mal zu.

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Als am Abend die bereits anwesende Gruppe so nach und nach vom Fischen eintrudelte, hörte ich mir die Erlebnisse aufmerksam an und kam dabei immer mehr zu der Überzeugung: "Oida, des wird a zache Partie". Wenn schon die Profis wegen der schwierigen Bedingungen Probleme hatten, wie wird es dann mir als blutiger Anfänger ergehen? Keine Ahnung vom Fischen mit der Zweihand, die Rute doppelt so lang wie meine Bambusstaberl, Schusskopf, und, und, und...
Auch ein Spaziergang an die Gaula ließ mich Böses schwanen.... Wasser.... Wasser .... Wasser....
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Der zweite Tag fiel auch im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser. Hier die Wasserstände bei meinem Eintreffen. Es geht um die jeweils letzte hohe Spitze!
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Aber am Donnerstag ging es endlich ans Wasser - Mann, was war ich aufgeregt!
Mein erstes Mal an der Gaula, einem der berühmtesten Lachsflüsse in Norwegen und der letzte unregulierte Fluss der großen Flüsse in Norwegen.
Bloß - wo sind da jetzt die Lachse zu finden? Diese Frage hat mich den Rest der Woche beschäftigt.
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Ist ja eigentlich irgendwie wie das Bernsteinwasser im Waldviertel, bloß halt in XXL-Ausführung. Worauf habe ich mich da bloß eingelassen?

Am nächsten Tag ging es dann an einen anderen Pool ...... sieht doch gleich viel besser aus
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Immer wenn ich nach meinen Wurfweiten gefragt werde, war bisher meine Standardantwort: "bis zu den Fischen". Ja, das wäre jetzt genau das Richtige gewesen - werfen bis zu den Fischen. Egal wie weit ich kam, es fehlte immer ein Meter (oder zwei, oder....).

Der nächste Tag, der nächste Pool. Meine Wurfweiten waren schon sehr schön, allerdings war der Pool auch sehr breit (für mich zu breit).
Aber landschaftlich ein Traum!

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Soll da nicht langsam Frust aufkommen, wenn man permanent überfordert ist?
Aber nein - warum denn? Wirke ich etwa frustiert?
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Alles hat einmal ein Ende, auch meine Woche an der Gaula

Leute, mit oder ohne Lachs war dies eine der geilsten Wochen, die ich in meinen letzten 61 Jahren erleben konnte bzw durfte!
Noch ein letzter Blick - nächsten Tag ging es zurück in die Heimat.
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Ganz ehrlich: Wer von euch denkt jetzt bei so wenig (gar keiner) Lachs, dass die Woche trotzdem für mich sehr erfolgreich war? Wahrscheinlich niemand - oder?

Denn das war sie:
- ich kam an die Gaula
- ich kehrte gesund und erholt zurück
- ich lernte nette Leute kennen
- ich lernte sehr viel über das Lachsfischen
- ich hatte einen Biss
- ich war sehr angetan von der Freundlichkeit und Herzlichkeit der Norweger, mit denen ich zu tun hatte
- u.v.m.....

Nur ein einziges Manko gab es diese Woche:
Gebucht habe ich einen VW-Polo (oder ähnliches), bekommen (zum gleichen Preis) habe ich dieses Geschoß
Hybrid mit 180 PS! Und das in einem Land, in dem man nur 80 Km/h fahren darf - das war wirklich bitter!
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Hier noch ein paar Bildeindrücke dieser tollen Woche:
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Ein letzter Blick auf Skandinavien, beim Start in Kopenhagen Richtung Heimat.
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LG,
Peter

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Re: Meine Woche an der Gaula

Beitrag von Kainachfischer » 20. September 2021, 14:56

Hallo Peter!
Ein super Bericht mit schönen Fotos, ob mit Lachs oder ohne...Und ich bin mir sicher, die Woche war erfogreich für dich. Kenne das von Schweden. 14 Tage kein Lachs da das Wetter nicht gepasst hat.
Aber alleine die Landschaft und die netten Menschen die man in Skandinavien trifft sind schon eine Reise wert.
mfg
Peter
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Re: Meine Woche an der Gaula

Beitrag von Willi » 20. September 2021, 18:11

Toller Bericht! :thumbs_up:
Lachsfischen wollte ich auch immer schon einmal, allerdings gibt es da etwas, was mich bisher immer davon abgehalten hat.

Gruß, Willi
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Re: Meine Woche an der Gaula

Beitrag von Pabru » 20. September 2021, 19:07

Toller Bericht von einem wunderbaren Abenteuer, so liest es sich zumindest!

Naja ein Fisch wäre natürlich die Krönung gewesen doch das kann man Gott sei dank nicht erzwingen. Hauptsache du hattest eine schöne Zeit in einer Natur welche ihresgleichen sucht!

LG. P.

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Re: Meine Woche an der Gaula

Beitrag von nixn44 » 21. September 2021, 11:11

Danke für deinen ausführlichen Bericht vom Lachsfischen. Muss schon ein tolles Erlebnis gewesen sein und ein Biß war ja auch dabei :-) Was will man mehr !?
Ich habs erst ein paar mal auf Lachs versucht, auch eher erfolglos *g* Zumindest haben wir einige Lachse beobachten können. Wie sie sich aus dem Wasser katapultieren :muscle: Das war schon Ansporn genug *g*

lg Nicolas
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Re: Meine Woche an der Gaula

Beitrag von wuzler » 21. September 2021, 17:17

Danke für den schönen Bericht und die schönen Fotos. Wie anderswo schon geschrieben, nicht aufgeben und das nächste Mal wirst einen fangen!

LG
Karl
Tight Lines und gut Zwirn
wünscht Dir
Karl

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Re: Meine Woche an der Gaula

Beitrag von zulu6 » 21. September 2021, 21:19

Herzlichen Dank für den Bericht Peter!
So ein Abenteuer hat man nicht alle Tage und da wäre es schade, wenn nicht darüber berichtet würde.

dryfly hat geschrieben:
20. September 2021, 09:50
Leute, mit oder ohne Lachs war dies eine der geilsten Wochen, die ich in meinen letzten 61 Jahren erleben konnte bzw durfte!

Das, genau das trifft auf den Bericht und das Erlebnis zu. :thumbs_up:
Detailiert und präzise, wie alle deine Arbeiten.
Den Lachs am Band hätte dir sicher jeder gegönnt,
aber du hast es sehr gut geschrieben,
man kann und soll auch mit der Versuch glücklich sein.

Schöne Grüe
Jürgen
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Die Groppe,
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klein, unscheinbar und dennoch ein wichtiger Bewohner unserer Gewässer.
Intakte Groppenpopulationen weisen auf naturnahe, strukturreiche Fließgewässer mit hoher Wasserqualität.
Schutz und Förderung der Groppen bedeutet erhalten und verbessern der aquatischen Lebensräume.

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Re: Meine Woche an der Gaula

Beitrag von dryfly » 22. September 2021, 08:08

Danke für eure Rückmeldungen!
Ich werde es sicher wieder auf Lachs versuchen, aber mit besserer Vorbereitung.
Ob es wieder die Gaula wird, das kann ich noch nicht sagen. Ich weiß jetzt, warum das Lachsfischen von vielen „die Königsdisziplin des Fliegenfischens“ genannt wird und die Gaula als nichtregulierter Fluss macht es nochmal etwas schwieriger.
LG,
Peter

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Re: Meine Woche an der Gaula

Beitrag von forelle1 » 22. September 2021, 14:51

Danke Peter für den tollen Bericht.
Auch wenn die Lachse nicht wollten, es war ja doch ein schönes Erlebnis in einer herrlichen Landschaft.
Gruß Hans

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